KRISENBERATUNG UND TRAUERBEWÄLTIGUNG
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NEUE HOFFNUNG SCHÖPFEN.

Krankheit, Verluste, Arbeitslosigkeit, Trennungen, Misserfolge, Veränderungen (auch Elternschaft!), uvm. - die Krise hat viele Gesichter.
Sie ist schmerzhaft und strapaziert unsere Gefühle  - vor allem aber eines: unser Selbstwertgefühl. Obwohl wir schon einiges in unserem Leben gemeistert haben, sind uns unsere Stärken plötzlich nicht mehr bewusst. Stress, Angst und Panik sind unsere derzeitigen Begleiter und in erster Linie scheint es, als könnten wir ihnen nicht wieder entkommen. Die Kontrolle scheint uns gänzlich entglitten zu sein - Vorerst? Ja - Vorerst!

DIE KRISE BEWÄLTIGEN ODER VON DER KRISE ÜBERWÄLTIGT WERDEN?

„Wir sind in einem Maß reprogrammierbar, wie es sich die Resilienzpioniere nicht einmal vorstellen konnten. Wir sind dynamische Systeme; wir können uns verändern.“ - Norman Garmezy, Prof. der  Psychologie, Entwicklungspsychologe.

Probleme und Hindernisse sind Teil unser aller Leben - ob und wie nahe wir diese an uns heranlassen, hat verschiedene Faktoren, die zumeist davon abhängen, wie es uns vorgelebt wurde, wie unser nahes Umfeld auf Krisen reagiert hat und in welcher Familie, Kultur, Gemeinschaft etc. wir aufgewachsen sind. Bestenfalls haben wir also  bereits in der Kindheit gelernt, mit Hürden gut umzugehen, sie zu bewältigen und gelernte Strategien für alle weiteren Erschwernisse anzuwenden.

 

 

WENN DAS LEBEN KOPF STEHT - BLOSS NICHT DEN KOPF VERLIEREN
 

Das Leben stellt neben kleinen Hürden aber auch Herausforderungen an uns,  die uns zunächst eine Ohnmacht verspüren lassen, welche wir in erster Linie als existentiell bedrohlich wahrnehmen.Trennt sich z.B. der/die Partner*in von uns, verlieren wir unseren Arbeitsplatz, einen wichtigen Auftrag, etc., haben wir zunächst keine Lösung parat und fühlen uns innerlich wie gelähmt. Bewältigungsstrategien die unser Gefühl betäuben, scheinen hier für manche in erster Linie eine einfache und gute Option. Genauer betrachtet, bringt sie aber keine dauerhafte Lösung - sondern im Gegenteil sogar - ein weiteres Problem mehr, mit sich.


Obwohl sich Menschen nur ungern Veränderungen aussetzen, zwingen Krisenereignisse uns also regelrecht zur Neuerfindung der eigenen Person - das kann sehr anstregend und aussichtslos erscheinen.

Psychosoziale Beratung kann dabei auf mehreren Ebenen unterstützend wirken - durch das "Darüber -Sprechen" werden Gedanken und Gefühle neu sortiert, Handlungswege aufgezeigt und neue Lösungsansätze gesucht. Das Erlebte wird verarbeitet und die Chronifizierungsgefahr wird deutlich vermindert.

Es gibt Berge über die man hinüber muss,

sonst geht der Weg nicht weiter

Ludwig Thoma

TRAUER, VERLUSTE UND TRENNUNGEN 

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TRAUERBEWÄLTIGUNG

Der Tod ist unvermeidbar. Er kommt für alle Beteiligten immer zu früh und oft auch viel zu plötzlich.
Nichts lässt uns solch eine Ohnmacht verspüren, wie der Verlust eines uns nahe stehenden Menschen - denn von jetzt auf gleich ist einfach nichts mehr wie es vorher war.


Obwohl der Tod uns  alle betrifft, möchte niemand so wirklich darüber sprechen, was zur Folge hat, dass Betroffene sich oft alleine gelassen fühlen. Familienangehörige, Freunde, Bekannte (...) wissen oft nicht,  wie sie helfen sollen, wodurch oft Überforderung oder sogar Schuldgefühle verspürt werden können.
 

GEFÜHLE ZULASSEN UND DARÜBER SPRECHEN
 

Trauer ist Schwerstarbeit (S. Freud)  und diese Arbeit lässt sich nicht von heute auf morgen bewältigen. 

Wir durchlaufen eine Reihe von Trauerphasen (n. Verena Kast):
 

1."Nicht-wahrhaben-wollen"       (Schock, Verleugnung, Verdrängung)

2. Aufbrechen der Emotionen     (Wut, Angst, Trauer, Freude, Schuldgefühle, Verzweiflung, Ohnmacht...)

3. Suchen und Sich-Trennen        (gemeinsame Orte aufsuchen, Videos und Fotos anschauen, Briefe schreiben...)

4. neuer Selbst- und Weltbezug  (der Schmerz tritt langsam in den Hintergrund, das Leben geht weiter)

 

Die Phasen können in unterschiedlicher Reihenfolge und ebenso in unterschiedlicher Dauer auftreten, denn so einzigartig Beziehungen zueinander sind, so unterschiedlich gehen wir mit dieser Verlusterfahrung um. Auch Rückschritte sind ganz normal und gehören zur Trauerarbeit dazu - es bedarf Zeit und vor allem Geduld mit sich selbst. Wer sich - in seinem eigenen Tempo - der Trauer stellt und alle aufbrechenden Emotionen zulässt, kann den Verlust nicht nur besser verarbeiten, sondern schöpft auch leichter neue Hoffnung. Sollte jedoch die natürliche Trauerbewältigung kein Ende nehmen, die Einsamkeit zur Qual werden und die Bewältigung zu schmerzlich sein,  dann braucht es  kompetente Hilfe um nicht in einer Depression, in einem Burnout oder in einer Angststörung zu  landen.

 

KURZGESCHICHTE - DIE ZWILLINGE

„Sag’ mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

 

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen kommen wird, vorbereitet“, antwortet der andere Zwilling.

 

„Ich glaube, das ist Blödsinn!“ sagt der Erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?“

 

„So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein.

Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“

 

„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.“

 

„Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“

 

„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, Punktum.“

 

„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.“

 

„Mutter? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“

 

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

 

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

 

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.“ 

 

  

© Henri J. M. Nouwen

TRENNUNGEN

Trennungen sind niemals angenehm - Am Schlimmsten ist es jedoch, wenn sich der/die eine Partner*in ein gemeinsames Leben ausmalt, während der/die Andere  eigentlich gar nichts mehr fühlt und vielleicht sogar schon ein neues Leben begonnen hat. Trennungsschmerzen sind emotionale Ausnahmezustände, begleitet von Wut, Trauer, Angst, Selbstzweifel, Existenzängsten u.v.m.
Um unsere Gefühle nicht spüren zu müssen, flüchten wir uns in übertriebene Handlungen wie das exzessive Ausüben von Sport, Alkohol- und Drogenkonsum, vermehrte sexuelle Kontakte usw., wobei genau dieses Durchleben der Gefühle,  der Verarbeitung einer Trennung dienen sollte.
Wir durchlaufen (ähnlich der Trauerbewältigung) 5 Phasen (n. Elisabeth Kübler-Ross), die individuell an Intensität, Dauer, Reihenfolge durchlebt werden können.

1. Verleugnung   (Verdrängung der Gefühle, insgeheimes Hoffen)

2. Wut                 (auf uns, aber vor allem auf den Ex-Partner*in)

3.Verhandeln      (Wut wird wieder zur Hoffnung - Versprechungen od. Drohungen)

4. Depression     (tiefe Trauer, Antriebslosigkeit, Verzweiflung, Schlafprobleme,...)

5. Akzeptanz       (Erleichterung, nach vorne schauen und weiter Leben)

ALLEINE ODER EINSAM?

Das plötzliche Alleinesein ist für viele Menschen schwer zu ertragen. Vor allem dann, wenn der Partner über einen längeren Zeitraum den Lebensmittelpunkt dargestellt oder man zuvor vielleicht sogar noch nie alleine gelebt hat. Es stellt sich als ungewohnt heraus, auf einmal (wieder) für sich alleine sorgen oder entscheiden zu müssen - selbst die kleinsten Entscheidungen können einen dabei überrollen.


Wenn Alleinesein zur Einsamkeit wird, fühlt man sich ungeliebt und nutzlos. Sich einsam zu fühlen, kann aber ebenso bedeuten, dass man sich selbst langweilt und seinem Leben keinen richtigen Sinn gibt.
Was genau jedoch hinter der gefühlten Einsamkeit steckt, muss im gemeinsamen Gespräch erarbeitet werden. Meist liegt die Ursache in einer in der Kindheit entstandenen Wunde, die aufgearbeitet werden kann. Auch wenn wir als heute erwachsene Menschen zu glauben wissen, dass wir diese alten Wunden längst bereits verdaut und verkraftet haben, ist es zumeist so, dass diese eben bloß überspielt und verdrängt wurde, sodass ein "normales" Weiterleben gelingen kann. So geschieht es, dass uns gewisse Situationen völlig unbewusst in das damalige Gefühl (zB. des Verlassenwerdens, der Einsamkeit, der Wut, der Angst etc.) zurück katapultieren und wir unwillkürlich aus diesem alten, unbearbeiteten Gefühl heraus agieren.
 

Psychosoziale Beratung kann Dir dabei helfen, nach einer Trennung Schritt für Schritt wieder zurück zu Dir zu finden, einen neuen Selbstwert aufzubauen, das Leben auch wieder alleine genießen zu können, sich selbst mehr wertschätzen - oder im besten Falle lieben - zu lernen.

SUIZIDGEDANKEN

 

Es ist wichtig, dass Sie sich professionelle Hilfe suchen, wenn Sie Suizidgedanken haben.
Professionelle Helfer*innen sind im Umgang mit Suizidgedanken geschult und können Ihnen in Krisen helfen


Im Notfall:

  • nicht alleine sein

  • Kontaktaufnahme zu Freund*innen, Familie, Bekannte  oder professionellen Ansprechstellen

  • über Probleme reden - in Worte fassen ist oft ein erster Schritt aus der Krise!

NOTFALLKONTAKTE

Ö3 Kummernummer
16.00 bis 24.00 Uhr
📞 116 123 (keine Vorwahl)
http://oe3.orf.at/kummernummer/stories/2712988/

147 RAT AUF DRAHT
Notruf für Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen
Rund um die Uhr
📞 147 (keine Vorwahl)
rataufdraht.orf.at

Telefonseelsorge
Rund um die Uhr
📞142 (keine Vorwahl)
www.telefonseelsorge.at

Verbrechensopfer -Notruf
Eine Initiative des Bundesministeriums für Justiz, betrieben vom WEISSEN RING
Rund um die Uhr, kostenlos und anonym
📞 0800 112 112
www.opfer-notruf.at

Frauenhelpline gegen Männergewalt
Rund um die Uhr, kostenlos und anonym
📞 0800 222 555

SMS Notruf an Polizei für Gehörlose
0800 133 133

Wien

Psychosozialer Dienst (PSD) Wien
Sozialpsychiatrischer Notdienst (24 Stunden Notruf)
📞+431 313 30
www.psd-wien.at

Kriseninterventionszentrum
Mo-Fr 10.00 bis 17.00 Uhr
📞 +431 406 95 95
www.kriseninterventionszentrum.at

Niederösterreich

NÖ Krisentelefon des NÖ Hilfswerks
Rund um die Uhr, kostenlos
📞 0800.20 20 16

Logo, Webdesign und Texte © Daniela Jordan

GEFÜHLSWENDE

Psychosoziale Beratung ¦ Lebens- und Sozialberatung in Ausbildung unter Supervision

Daniela Jordan

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