EIN INTERVIEW MIT MIR SELBST

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OH, HELLO.

Der Großteil an Klienten googelt im Laufe des Prozesses seine*n Berater*in, sagen Forschungen. Es besteht also prinzipiell großes Interesse, den Menschen, dem man intimste Dinge erzählt - die manchmal kein anderer weiß - auch ein Stückweit näher kennen zu lernen.


Zugegebener Maßen ist dieses Thema "Was gebe ich von mir Preis?" sehr heikel. Die einen wollen ein weißes Tuch bleiben, für die anderen kann eine Information über sich selbst aber auch dem Beziehungsaufbau und dem Beratungsprozess  dienen.

Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, ein paar Informationen über mich, in einem Interview mit Dir zu teilen.

Ich hoffe ich konnte es so gestalten, dass Du nicht sofort am Bildschirm einschläfst - falls doch, hoffe ich selbstverständlich, dass Du einen erholsamen Schlaf hattest und die Abdrücke der Tastatur nicht allzu lange in deinem Gesicht  verbleiben ;)

Viel Spaß beim Lesen!

1. Du siehst aus, als hättest du noch wenig Erfahrung.. Ist es überhaupt möglich, dass du "mir" helfen kannst?

Im Grunde muss man sagen, dass die Erfahrung der Berater*innen nichts mit der Anzahl an Möglichkeiten, jemanden durch eine schwierige Zeit zu begleiten, zu tun hat. Das wichtigste Werkzeug, das man als psychosoziale Berater*in haben muss, ist neben dem Fachwissen, eine offene und empathische Haltung dem Menschen gegenüber, der einen aufsucht, um seine eigenen, ihn blockierenden Themen zu bearbeiten. Um die Frage aber dennoch ein wenig zu beantworten - Ja, auch ich hatte es nicht immer einfach. Das macht es mir möglich, mich in vielen Themen gut einfühlen, aber dennoch -  mit einem lösungsorientieren Blick  - nach vorne sehen zu können.

2. Gibt es Menschen, mit denen du nicht (zusammen) arbeiten wollen würdest?
 

Nein. Seit ich denken kann, war ich eigentlich immer allen Menschen gegenüber sehr offen. In damaligen Schulklassenausfahrten oder auch in späteren gemeinsamen Begegnungen mit Freund*innen,  habe ich bemerkt, dass manche gerne andere Personen, für die Art zu leben (Obdachlosigkeit, Drogenkonsum, etc.), verurteilen und das hat mir schon damals nicht gefallen. Ich lebe nach dem Motto "Jeder wird seine Gründe haben, wieso er diesen Weg gewählt hat und anstatt zu urteilen, wäre es doch besser, wir helfen einander aus diesem Loch wieder heraus, als sich auf eine höhere Sprosse zu stellen und auf andere herabzublicken." (... wenn  derjenige/diejenige überhaupt bereit ist, Hilfe anzunehmen bzw. wenn Interesse bestehen sollte)
Nicht jedem Menschen ist die Möglichkeit eines perfekten Lebens mit in die Wiege gelegt geworden; manche müssen mehr und härter dafür arbeiten, andere haben einfach keine Kraft mehr, weil sie das Gefühl haben, ihre bisherigen Lösungsversuche wären (oder sind!) aussichtslos.

3. Was hat dich dazu bewegt, anderen auf diese Art und Weise "helfen" zu wollen?
 

Die Psyche des Menschen (und Psychologie/Therapie im Wesentlichen) hat mich immer schon sehr interessiert.  Ich bemerke auch, dass Menschen in mir etwas sehen, dass ihnen das Gefühl gibt, mir Dinge anvertrauen zu können und das weiß ich sehr zu schätzen. In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn, war ich es außerdem immer schon gewöhnt, zwischen zwei gegensätzlichen Fronten zu stehen - Ich war auf der einen Seite Teammitglied und auf der anderen die rechte Hand der Oberärzte/Professoren, Schwestern, oder Teamleitung*en und es ist mir wichtig auf beiden Seiten Diskretion zu bewahren - was meine bisherigen Kolleg*innen immer sehr zu schätzen wussten.
Auch im privaten Umfeld bemerke ich immer wieder, wie gerne sich Menschen an mich wenden, wenn ihnen einmal wieder alles bis über beide Ohren steht.
Selbstverständlich macht es mir auch irrsinnige Freude zu sehen, wie Menschen sich entwickeln können, wenn ihnen ihre eignen Möglichkeiten (wieder) bewusst werden. 

4. Was kannst du gar nicht ausstehen?
 

Hier muss man eindeutig zwischen Privatem und Beruflichem unterscheiden.

Ich mag es nicht, wie schnelllebig unsere heutige Zeit geworden ist, daraus resultiert leider oft auch Rücksichtslosigkeit und Egoismus. 
Jeder will schneller, höher, weiter, besser... werden oder sein - so wirkt es im Außen. Doch im Inneren wollen wir eigentlich alle das Gleiche - Ruhe, Gelassenheit, Zeit für sich und die Familie und ein individuelles Wachstum. Alles weitere lässt sich denke ich zwischen den Zeilen im Text herauslesen.

5. Was findest du besonders toll?
 

Das Füreinander, das Miteinander, Höflichkeit, Wertschätzung und Ehrlichkeit. 
 

 

6. Was tust du selbst, wenn es dir nicht gut geht?

 

Manchmal reicht es einfach eine Runde mit meinem Hund in der Natur zu sein, zu spazieren, darüber nachzudenken. In anderen Fällen brauche ich eine andere Sicht auf die Dinge und telefoniere (oder treffe mich) mit Menschen, die ich sehr schätze. Wichtig ist aber, Gefühle  niemals zu unterdrücken, sie sind da, um uns zu zeigen, wo wir hinschauen sollen. Ich verarbeite Dinge auch in dem ich Gedichte schreibe und vor allem aber, nutze ich eine großartige Möglichkeit - die Einzelselbsterfahrung.


 

7. Abschließend noch eine Frage: Mit welchem Prominenten würdest du gerne einmal zu Abend essen?

 

Ich denke es wäre Denzel Washington und damit meine ich nicht die Rollen, die er einnimmt, sondern das, was seine Person ausstrahlt. 
Oh.. und Michael Niavarani - ich mag seine Art  zu denken. Entscheiden muss ich mich ja zum Glück (oder leider..) dennoch niemals ;)

Ich hoffe, ich konnte einen ersten Eindruck erwecken.

Jetzt freue ich mich aber darauf, Deine Antworten in einem persönlichen Gespräch zu hören!

Herzlichst,

Daniela Jordan

GEFÜHLSWENDE

Psychosoziale Beratung ¦ Lebens- und Sozialberatung in Ausbildung unter Supervision

Daniela Jordan

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