PSYCHOSOZIALE BERATUNG

In meinen ersten Berufsjahren habe ich mir folgende Frage gestellt:

Wie kann ich diese Person behandeln, heilen oder verändern?

Nun würde ich die Frage folgendermaßen stellen:

Wie kann ich eine Beziehung bereitstellen, die diese Person für ihr eigenes persönliches Wachstum nutzen kann?

Carl R. Rogers

WAS IST LEBENS- UND SOZIALBERATUNG/PSYCHOSOZIALE BERATUNG?

Lebens- und Sozialberatung, Psychologische Beratung oder auch Psychosoziale Beratung genannt, stellt neben Medizin, Psychotherapie, Psychologie die 4. Säule im Gesundheitswesen in Österreich dar.
Die Psychologische Beratung greift da ein, wo noch kein Störungsbild vorhanden ist - im Vorfeld. Sie dient dazu, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu beraten und zu begleiten. 

 

dazu gehören u.A. folgende Beratungsfelder:

  • Persönlichkeitsberatung

  • Trauerbegleitung/Trauerbewältigung

  • Trennungsberatung

  • Konfliktberatung 

  • Ehe-, Partnerschafts- und Familienberatung
    (inkl. Sexualberatung und Erziehungsberatung)

  • Berufs- und Karriereberatung, Mobbingberatung

  • Coaching

  • Sozialberatung

  • Bewältigung von Krisen

  • etc.

Psychosoziale Beratung in diesem Sinn bezeichnet eine psychologische Maßnahme zur Aufarbeitung und Überwindung von Problemen sowie Konflikten und ist eine zentrale Interventionstechnik im Bereich der nicht-heilkundlichen Psychologie. Gegenstand der psychologischen Beratung sind Aufarbeitung und Überwindung persönlicher sowie sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde. Hierbei kommen in der Regel Techniken zum Einsatz, die zum Teil auch aus der Psychotherapie bekannt sind.

Glücklich ist, wer daran glaubt, dass es im Leben nie zu spät ist, etwas zu verändern

unbekannter Verfasser

WER MACHT EIGENTLICH WAS?
(PSYCHIATER, PSYCHOTHERAPEUT, PSYCHOLOGE, PSYCHOSOZIALE BERATUNG (LSB))

Psychiater*in

  • Medizin Studium (Dr.)

  • Spezialisierung  FA für Psychiatrie

  • dürfen Diagnosen stellen 

  • dürfen Medikamente verordnen

  • arbeiten vorrangig in Spitäler

  • keine Gesprächstherapie

 klinische*r Psycholog*in
Gesundheitspsycholog*in

Psychotherapeut*in

  • Psychologie Studium nicht notwendig

  • Propädeutikum + Fachspezifikum

  • darf mit psych. Störungen  lt. ICD 10  arbeiten (z.B. Psychosen, Borderline, Ver-haltensstörungen, u.v.m)

  • Heilversprechen

  • keine Medikamente

  • Psychologie  Studium

  • verschiedene
    Schwerpunkte
    z.B. Kinder/Jugendliche, Wirtschaft, Verkehr, Entwicklung, Werbung., u.v.m.)

  • Diagnostik (Testung + Diagnose lt. ICD 10 - siehe Therapeut)

  • Beratung, Behandlung, Coaching, Forschung und Lehre

  • keine Gesprächstherapie

  • keine Medikamente

  • Diplom. Ausbildung

  •  präventiv (bevor es zur psych. Störungen kommt)

  • keine psych. Störungen (nur 'gesunde' Menschen)

  • teilw. Methoden  aus der Therapie jedoch ohne Heilversprechen

  • keine Therapie sondern Beratung, Entlastung, Hilfe zur Selbsthilfe, Coaching

  • keine Medikamente

Psychosoziale Beratung 

UNTERSCHIED PSYCHOTHERAPIE

UND PSYCHOSOZIALE BERATUNG (LEBENS- UND SOZIALBERATUNG)

Psychotherapie und Psychosoziale Beratung (LSB) sind Bereiche, die sich in vielen Punkten des Inhalts und der Methode überschneiden und somit nicht haarscharf abzugrenzen sind.

 

Eine Psychotherapie ist per Definition die Behandlung einer psychischen Störung mit sogenanntem "Krankheitswert". (=Symptome entsprechen in ihrer Art und Dauer dem internationalen Klassifizierungssystem lt. ICD-10). Ob Beschwerden in diesen Bereich fallen, diagnostiziert ein Psychologe oder Psychotherapeut anhand von verschiedenen wissenschaftlichen Testverfahren.

Ein Beispiel wäre eine diagnostizierte psychische Störung, die einen Menschen schon sehr lange begleitet und die ihm als Teil des Selbst erscheint, begleitet von einem (oft dauerhaften) depressiven Erleben. Therapie ist somit u.A. eine Krankenbehandlung und darf nur von Heilpraktiker*innen oder (ärztlichen und/oder psychologischen) Psychotherapeut*innen durchgeführt werden. 

Die Psychosoziale Beratung hingegen greift präventiv, also bevor es zu einer Störung oder einem Krankheitsbild kommen könnte, ein.
Lebenssituationen, die mit einem eher großen Leidensdruck einhergehen können, aber (noch) nicht den Kriterien einer Krankheit entsprechen, sind oft so belastend, dass ein Alltagsgespräch unter Freunden nicht ausreichend unterstützend oder entlastend wirkt. Beispiele hierfür können Liebeskummer, Trennungen, Todesfälle, Beruf und Mobbing, Veränderungen, Verluste, sexuelle Orientierung, Work-Life-Balance, Burnout Prävention etc. sein.
Wird der Leidensdruck zu groß, können diese Belastungen zu emotionalen Krisen führen, die dann wiederum in Depressionen enden könnten und von einem Therapeuten behandelt werden sollten.

Da sich Psychologische Beratung nicht auf die Behandlung einer Erkrankung richtet, ist sie keine Kassenleistung.


Anders als in Deutschland, ist der Begriff "Lebens-und Sozialberater" in Österreich geschützt und ein reglementiertes Gewerbe.
 

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Psychosoziale Beratung ¦ Lebens- und Sozialberatung in Ausbildung unter Supervision

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